Selektive Pendlerentschädigung des RMV

Seit Dezember 2022 herrscht auf den Regionalbahnlinien des Taunusnetzes Chaos (RB11, RB12, RB15 und RB16), neu vergeben an die 100-prozentige DB-Tochter Regionalverkehre Start Deutschland GmbH (start).
Mit dem start-Tag fehlen noch viele Züge der Wasserstoffflotte und deren Ersatz dafür wird erst im laufenden Betrieb organisiert, um dann festzustellen, dass auch nicht genug Fahrpersonal für die Züge vorhanden ist.
So fing es an, mit dem neuen Betreiber, der die Hessische Landesbahn im Taunusnetz ersetzen sollte, damit endlich alles besser wird.
Wie zahllose Pendler, Schüler und Eltern seitdem erfahren, ist es noch viel schlimmer geworden. So schlimm, dass der Aufsichtsratsvorsitzende des RMV und Landrat des Hochtaunuskreises Ulrich Krebs (CDU) den Start der „start“ als „völlig missglückt“ bezeichnete. Auch Prof. Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer, ist mit seinen Worten deutlich, wenn er das Zugausfallsniveau als katastrophal bezeichnet und eine nie dagewesene Unzuverlässigkeit einer Regionalbahnlinie beschreibt.
Unklar ist, warum der RMV mit einer nie dagewesenen Wiedergutmachungsaktion selektiv die Kunden der RB15 Strecke entschädigt. Die Pendler und Schüler auf den anderen 3 Taunusbahnlinien haben ähnlich unhaltbare Zustände ertragen, und ertragen sie noch.
„Warum wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Mit der RB16 zwischen Friedberg und Friedrichsdorf zum Beispiel, waren Pendler und Schüler der Stadt Rosbach sehr häufig von Schule und Arbeit abgeschnitten. Die Rosbacher Kommunalpolitik hat dies mehrfach gerügt.

„Die Entschädigung von Fahrgästen auf nur einer der Taunuslinien scheint vielmehr eine reine PR Aktion zu sein, als der Wunsch, die vernachlässigten Fahrgäste wirklich zu entschädigen“, so der Nahverkehrsexperte und Vorstandsmitglied der STIMME Gerd Bourda.
„Das deutliche Versagen der Betreiber auf den Taunuslinien so deutlich zu kommunizieren ist mutig und begrüßenswert. Die Fahrgäste zu entschädigen und so deren Wohlwollen zurückzugewinnen ein guter Schritt, um den Kampf um die Verkehrswende nicht schon mit (dem) Start zu verspielen“, so Fraktionsvorsitzender Dieter Kurth.
Aber es ist mehr notwendig, um wieder Vertrauen aufzubauen. Besonders im Taunusnetz. Im gesamten Taunusnetz.

Ansprechpartner:
Gerd Bourda: gerd.bourda@stimme.e-mail
Tel.: 0152 28631460